Start der Auszeichnung „EU-Stadt für fairen und ethischen Handel“

10.12.2017

#tradecityaward

Möge die Beste gewinnen! Am Donnerstag, dem 7. Dezember 2017, haben die Generaldirektion Handel der EU Kommission‚ der Ausschuss der Regionen, Helmut Scholz für das Europäische Parlament und das ‚International Trade Centre‘ die neu geschaffene Auszeichnung „EU-Stadt für fairen und ethischen Handel“ präsentiert. Mit ihr werden nun europäische Städte prämiert, die sich in ihren internationalen Handelsbeziehungen durch positive Errungenschaften und Leistungen für mehr soziale, wirtschaftliche und die Umwelt betreffende Nachhaltigkeit im Handel hervortun konnten. Die Auszeichnung soll europaweit helfen, das Verantwortungsbewusstsein der europäischen Konsumentinnen und Konsumenten zu stärken. Bewerben können sich ab sofort und bis zum 13. April 2018 Städte der EU ab einer Bevölkerung von 20.000. Auf der Webseite www.trade-city-award.eu finden sich alle wichtigen Informationen und Formulare zur Teilnahme.
Heute leben über zwei Drittel der Europäer in Städten. Deshalb können Städte und Kommunen bei der Herausbildung eines bewussten und nachhaltigen Verbraucherverhaltens eine herausragende Rolle spielen und dadurch unmittelbar einen wichtigen Beitrag zu gerechteren Handelsbeziehungen leisten.    


In Deutschland haben wir mit dem Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels“ – aktuelle Preisträgerin ist Köln – ein erfolgreiches Vorbild für den Preis geschaffen, den wir nun erstmals 2018 auch auf europäischer Ebene im fairen Wettbewerb vergeben können.    
Durch Engagement und Förderung werden insbesondere Bewusstsein für fairen Handel bei europäischen Bürgerinnen und Bürgern gefördert und die länderübergreifende Zusammenarbeit engagierter Kommunen für den fairen Handel erleichtert. Sie, die Städte der EU, haben es in der Hand, positive Veränderungen zugunsten eines nachhaltigen und inklusiven Handels anzustoßen.


Auszeichnungskriterien sind insbesondere, den Zielen der EU entsprechend:
- Erfolge und Leistungen von Städten, die sich um soziale, wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeit im internationalen Handel verdient gemacht haben.

- Förderung einer nachhaltigen und inklusiven Entwicklung, von der vor allem Kleinerzeuger profitieren, durch Sensibilisierung von Bürgern, Politikern und Unternehmern für faire, ethische und nachhaltige Handelsstrukturen.

- Hervorhebung und Wertschätzung einer fairen und ethischen Handelspraxis, damit Städte dazu inspiriert werden, voneinander zu lernen und bewährte Verfahren auszutauschen.


Neben dem Ehrentitel „Europäische Stadt des Fairen und Ethischen Handels 2019“ beinhaltet der Preis eine Förderung in Höhe von € 100.000 plus der fachlichen Unterstützung durch das International Trade Centre der UNO bei der Umsetzung eines partnerschaftlichen Projektes mit einer Stadt eines Entwicklungslandes. Es wird empfohlen, das Projektvorhaben bereits zum Bestandteil der Bewerbung zu machen. Weitere Ehrungen wird es für die „beste Beschaffungspolitik“, „innovativste Stadt“, „beste externe Zusammenarbeit“ und „beste Kleinstadt“ (falls die Hauptgewinnerin mehr als 100.000 Einwohner hat) geben.


Im Wettstreit gegeneinander antreten können alle Städte innerhalb der EU mit mehr als 20.000 Einwohnern, die sich für einen fairen und ethischen Handel mit Drittländern einsetzen. Teilnehmenden Städten ermöglicht der Wettbewerb länderübergreifend zu zeigen, was sie an innovativen Projekten oder Programmen umgesetzt bzw. an besonderen Strategien oder Herangehensweisen verfolgt haben. Auch Vereine, Bürgerinitiativen oder Schulen können eine Bewerbung einleiten, die vor der Einreichung allerdings von der Bürgermeisterin oder dem Bürgermeister unterschrieben sein muss. Letztendlich kommt es zu einem gewinnbringenden Wissensaustausch der Kommunen von dem die gesamte EU profitieren wird, so dass eine insgesamt nachhaltigere Gemeinschaft entsteht.


Teilnehmende Städte müssen in ihrer Bewerbung nachweisen, dass sie die folgenden drei Kriterien erfüllen:
Vorbildfunktion, Vision, Strategie
- Hat Ihre Stadt sich nachweislich dazu verpflichtet, sich für einen „Handel mit Sinn“ zu engagieren?
- Berücksichtigt Ihre Stadt Nachhaltigkeitsaspekte in Entscheidungsprozessen?

Initiativen und Engagement
- Ist Ihre Stadt an einer Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Interessenträgern beteiligt und setzt sie sich für die Sensibilisierung zum Thema ein?
- Stellt Ihre Stadt gute Bedingungen für faire und ethische, von Basisinitiativen getragene Aktivitäten sicher und schafft sie entsprechende Anreize?

Auswirkungen, Ergebnisse, Errungenschaften
Kann Ihre Stadt Ergebnisse vorweisen und belegen, dass ihre Maßnahmen wirksam sind?
Kann Ihre Stadt darlegen, wie sich eine faire und ethische Handelspraxis auf die Gemeinschaften auswirkt, mit denen sie Handel betreibt?


Ich hoffe, dass zahlreiche Bewerbungen für die Auszeichnung bis zum Fristende am 13. April 2018 bei der EU Kommission eingehen. Dafür ist online ein Bewerbungsformular bereit gestellt worden, das eine Registrierung erfordert.    
Am 27. Juni 2018 wird die Auszeichnung dann zum ersten Mal in einer feierlichen Zeremonie verliehen. Neben der Hauptgewinnerin werden auch besondere Leistungen von anderen Städten geehrt.


Für mehr Informationen besuchen Sie bitte auch die Internetseite der EU Kommission für die EU Cities for Fair and Ethical Trade Award.


Mit besten Grüßen,
Ihr Helmut Scholz, MdEP

 

Rede von Helmut Scholz zum Start des Vorhabens

Launch of the Fair and Ethical Trade Award
Brussels, December 7th, 2017

Today is a good day to make ourselves aware of the progress achieved by the fair trade movement. Certified products are now prominent in the shelves of many important supermarkets in many European countries and in North America. Market shares for most certified products are constantly on the rise. The number of Fair Trade towns and cities has been rising to over 2.000. I am convinced that the launch of our new European Award today will further help to promote our approach.

Let me take this opportunity to first of all congratulate Commissioner Malmström and her representative, for delivering on her promise, for creating this European Fair and Ethical Trade City Award.

It has been a very good example for a joint effort that has brought us here today.

Citizens and Civil Society organisations were at the start of this endeavour.

They found support by active representations of cities and regions, and the report of Barbara Duden in the Committee of the Regions was a very important milestone.

In the European Parliament, we have for quite a number of years now an active Fair Trade Working group, with Members from a variety of political groups. In each term we divide a work agenda amongst us and try to find a balance between influencing policy, which can take a long, long time as you all know, and working on issues with the potential of becoming rather short term deliverables. It was my task, as one of the vice-presidents, to promote the idea of creating the European Fair Trade City Award, and I am happy, and also a little bid proud, if I may, that all together we brought this idea to bear fruit.

But we all still have a long way to go to, in particular with regard to promoting our new European Award. This is all about awareness raising. Together, we need to reach out to the councillors of cities and towns. The local level is probably the most important level, if we really want to bring positive changes forward.

My goal is to make Fair Trade the normal form of trade and production. New global value chains suggest that we extend the demand for decent production conditions from agricultural products and textiles to all areas of production and services.

At the same time, we must appreciate more the importance of local and regional markets for sustainable economic development, including in our own neighbourhood. It is an unfair world, if poor farmers focus on producing for the rich people living on another continent, while their own neighbours might still be hungry. And in the year 2017, the vast majority of the world population remains poor. Billions of people are malnourished or even starving.

The benchmark of EU trade policy must become its contribution to achieving the United Nations’ Sustainable Development Goals. And I am sorry to say, that this is not yet the case. EU trade policy is still mainly about increasing wealth and growth of the advantaged part of the European population. It is not yet Trade for All.

Of course, I am aware that trade strategies developed in the Commission must respond to demands raised by the governments of EU Member States, and by many stakeholders in the field. Our new European Award for Fair and Ethical Trade cities has the potential to influence the demand side from below, by evolving consumption patterns, and by enhancing our societies through greater awareness of the modalities of production and trade.

In a fair trade relation, both partners benefit from their trading. I am personally convinced that our own future economic success can only be sustainable, if wealth and well-being increase on the other continents more rapidly. Imagine for a minute the situation of our economies without the demand of the new Chinese middle class for European products. Fair trade is in our very own interest!

And our modern towns and cities with their colourful and diverse population can become champions of promoting this new insight. We might be able to learn to embrace this new and enormous potential for global networking and interacting, with trade as one of its forms to communicate. Imagine, if the people who were inspired to create the Hanse network, would have had all these eager people and modern technologies at their hand. Let us finally discover our cities’ potential. Fair trade cities can become boomtowns.

Thank you very much for your attention.

 

Ausschreibung zum Programm

 

 

 

 

2018 wird zum ersten Mal der EU Cities for Fair and Ethical Trade Award (Auszeichnung „EU-Stadt für fairen und ethischen Handel“) verliehen. Bereits im Oktober 2015 hatte die Generaldirektion Handel der Europäischen Kommission in ihrer Mitteilung „Handel für alle – Hin zu einer verantwortungsbewussteren Handels- und Investitionspolitik“ die Verleihung eines solchen Preises angeregt und den Worten sollen nun Taten folgen. Aufgrund der durch sein UN-Mandat bedingten Neutralität und seiner Kompetenz im Bereich fairer, ethischer und nachhaltiger Handel wurde das Internationale Handelszentrum (ITC) als hauptverantwortliche Agentur mit der Durchführung des EU Cities for Fair and Ethical Trade Award beauftragt.

 

 

WARUM DIESE AUSZEICHNUNG?

⦁ Würdigung der Erfolge und Leistungen von Städten, die sich um soziale, wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeit im internationalen Handel verdient gemacht haben.

⦁ Förderung einer nachhaltigen und inklusiven Entwicklung, von der vor allem Kleinerzeuger profitieren, durch Sensibilisierung von Bürgern, Politikern und Unternehmern für faire, ethische und nachhaltige Handelsstrukturen.

⦁ Hervorhebung und Wertschätzung einer fairen und ethischen Handelspraxis, damit Städte dazu inspiriert werden, voneinander zu lernen und bewährte Verfahren auszutauschen.

 

Die Auszeichnung reiht sich ein in die Bemühungen der EU, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie sich die Kaufentscheidungen der Verbraucher in der EU auf die Umwelt- und Lebensbedingungen von Menschen in anderen Ländern auswirken – und welche Rolle Städte und kommunale Behörden in diesem Zusammenhang einnehmen müssen.

 

WELCHE VORTEILE HAT DIE AUSZEICHNUNG FÜR DIE STADT?

 

 

WER KANN SICH BEWERBEN?

EU-Städte mit mehr als 20.000 Einwohnern, die sich für einen fairen und ethischen Handel mit Drittländern engagieren, indem sie innovative Projekte oder Programme umsetzen bzw. besondere Strategien oder Herangehensweisen verfolgen.

 

WAS MUSS IHRE STADT TUN, UM ZU GEWINNEN?

Die teilnehmenden Städte müssen in ihrer Bewerbung nachweisen, dass sie die folgenden drei Kriterien erfüllen:

⦁ Vorbildfunktion, Vision, Strategie

⦁ Hat Ihre Stadt sich nachweislich dazu verpflichtet, sich für einen „Handel mit Sinn“ zu engagieren?

⦁ Berücksichtigt Ihre Stadt Nachhaltigkeitsaspekte in Entscheidungsprozessen?

⦁ Initiativen und Engagement

⦁ Ist Ihre Stadt an einer Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Interessenträgern beteiligt und setzt sie sich für die Sensibilisierung zum Thema ein?

⦁ Stellt Ihre Stadt gute Bedingungen für faire und ethische, von Basisinitiativen getragene Aktivitäten sicher und schafft sie entsprechende Anreize?

⦁ Auswirkungen, Ergebnisse, Errungenschaften

⦁ Kann Ihre Stadt Ergebnisse vorweisen und belegen, dass ihre Maßnahmen wirksam sind?

⦁ Kann Ihre Stadt darlegen, wie sich eine faire und ethische Handelspraxis auf die Gemeinschaften auswirkt, mit denen sie Handel betreibt?

WARUM STÄDTE UND HANDEL?

Städte waren schon immer Drehscheiben des globalen Handels und als solche von zentraler Bedeutung für die wirtschaftlichen Beziehungen Europas zu anderen Weltregionen. Heute leben über zwei Drittel der Europäer in Städten, die eine wichtige Rolle für den Handel und ein bewusstes, nachhaltiges Verbraucherverhalten spielen. Somit haben es die Städte der EU in der Hand, positive Veränderungen zugunsten eines nachhaltigen und inklusiven Handels anzustoßen.

 

ZEITPLAN

 

 

 

Gestaltung des Awards

 

 

 

Mai 2017 -

Okt. 2017

 

Eröffnung des Wettbewerbs

 

 

 

7. Dez. 2017

 

Bewerbungsfrist

 

 

 

Apr. 2018

 

Bewertungsausschuss

 

 

 

 

Apr. 2018

 

Entscheidung der Jury

 

 

 

Mai 2018

 

Preisverleihung/Workshops

 

 

 

 

27. Juni 2018

 

 

Auf unserer Website können Sie mehr über den Award erfahren, das Bewerbungsformular herunterladen und sich bewerben:

www.trade-city-award.eu

Kontakt

fairandethical@trade-city-award.eu - Powered by Phrenos

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