Studie zu EU-Mercosur-Abkommen öffentlich

04.08.2020

Die von der Europäischen Kommission beauftragte und von der London School of Economics erstellte Studie "Sustainability Impact Assessment" zum EU-Mercosur-Abkommen ist nun veröffentlicht. Ausdrücklich soll mit der Studie auch die Debatte über Auswirkungen des Freihandelsabkommens angeschoben werden.

Die Kommission hebt dabei selbt hervor, dass unter anderem Exporte aus der EU in den Mercosur-Raum enorme Steigerungen erfahren dürften:

So sind Steigerungen prognostiziert bei

Textilien und Kleidung bis zu 400%;

pharmazeutischen und Chemieprodukten bis zu 60%;

bei Maschinenbauprodukten bis zu 100%;.

bei Fahrzeugen und Fahrzeugteilen bis zu 114%.

Kritiker befürchten, dass der Exportüberschuss zu einer erheblichen Ungleichheit führen und insbesondere Auswirkungen auf Markt und Produktion in Lateinamerika, damit letztlich auch auf die dortige sozio-ökonomische Situation haben wird.

Ein weiterer zentraler Kritikpunkt ist, dass das Gutachten zwar Empfehlungen gibt, wie durch gesetzliche Regelungen negative Auswirkungen des EU-Mercosur-Abkommen verhindert werden könnten. Im Umkehrschluss bedeute dies jedoch: Kommen solche Regelungen nicht, wird das Wasser immer stärker vergiftet werden, wird die Abholzung noch gesteigert werden, werden die Subsistenzfarmen in den Savannengebieten verschwinden, droht indigenen Bevölkerungsgruppen die Auslöschung.

Mitteilung der EU-Kommission: https://trade.ec.europa.eu/doclib/press/index.cfm?id=2164

 

 

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